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Bonjour Elsass: Ein Hausbootneuling geht an Bord

5 Tage Hausbooturlaub im Elsass in Frankreich – für mich gleich zwei Highlights auf einmal! Ichwürde nicht nur das erste Mal Hausbootfahren sondern auch zum ersten Mal überhaupt in Frankreich Urlaub machen. Das machte die Vorfreude natürlich noch größer und somit konnte iches kaum erwarten, bis es endlich losging.

Auf dem Weg zur Basis in Hesse kamen mir dann doch ein paar Zweifel. Habe ich alles wichtige eingepackt? Würde ich es überhaupt hinbekommen ein Boot zu steuern, in eine Schleuse hinein zu fahren, geschweige denn an- und wieder abzulegen? Und was ist, wenn ich seekrank werde? Kann man überhaupt auf einem Hausboot seekrank werden? Fragen über Fragen die ich jetzt, nach meiner Hausboottour, alle positiv beantworten kann!

Glücklicher Kunde

Montagnachmittag kamen wir an der Basis in Hesse an. Wir wurden von allen Mitarbeitern super freundlich empfangen und konnten unser Gepäck sofort auf die Boote bringen. Ich war absolut überrascht, denn so geräumig hatte ich mir die Vision 3 und die Magnifique gar nicht vorgestellt. Da ich jahrelang mit meinen Eltern im Wohnmobil zum Camping gefahren bin, fühlte ich mich sofort heimisch an Bord. Am meisten begeisterten mich die große Wohnküche und das riesige Sonnendeck. Sorry Wohnmobil, da kannst du nicht mithalten!

Nach einer detaillierten Einweisung plus Probefahrt und einer kleinen Radtour durch Hesse, machten wir es uns gemütlich, tranken leckeren Wein und genossen den ersten Abend an Bord. 

Fahrradtour

Nach dem Frühstück begann unsere Reise und es wurde ernst für mich. Ablegen und dann einfach mal los fahren. Ich muss sagen, je entspannter man an die Sache herangeht, desto besser klappt es. Unsere erste Station für den Tag war Lutzelbourg. Ein gemütlicher kleiner Ort mit einer wunderschönen Burg, einem urigen Restaurant und einer kleinen Bäckerei (ich empfehle die hausgemachten Croissants zum Frühstück)! 

Von Hesse nach Lutzelbourg

Auf unserem Weg von Hesse nach Lutzelbourg gab es etliche Highlights zu erleben. Wir fuhren durch zwei Tunnel bis zum Arzviller Schiffshebewerk. Ich hatte davon schon gehört, aber so riesig und beeindruckend hatte ich es mir nicht vorgestellt. Das Schiffshebewerk ersetzt seit 1969 17 Schleusen. Nachdem wir die Boote befestigt hatten, setzten wir uns auch schon in Bewegung. Der Ausblick war der Wahnsinn! Unten angekommen legten wir gegenüber an und aßen zu Mittag. Als Nächstes stand der Besuch des Lehrer Kristallwerkes an, welches von unserem Anleger nur fünf Minuten zu Fuß entfernt war. Es ist beeindruckend wie dieser Familienbetrieb seit Jahrzehnten die Kunst der Glasbläserei an seine Kinder weitergibt. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall.

Arzviller Schiffshebewerk

Am Nachmittag setzten wir die Tour fort und schon bald sah ich die erste Schleuse  in der Ferne. Ohje, auf einmal fing ich echt an zu schwitzen. Sieht ziemlich eng aus und was ist, wenn ich irgendwo gegen stoße? Ich bremste das Boot langsam ab und rangierte ein wenig hin und her und siehe da: es klappte auf Anhieb. Ich grinste wie ein Honigkuchenpferd und war sehr stolz auf mich!

Kurz bevor der ersten Schleuse

Bei der nächsten Schleuse wechselten wir und ich durfte meine Erfahrung diesmal mit dem Befestigen der Leinen während des Schleusenvorgangs machen. Also runter von Bord, Leine einmal um den Poller legen und zurück aufs Boot werfen. Dann hieß es nur noch gut festhalten. Nach diesem zweiten reibungslosen Ablauf waren die letzten beiden Schleusen auch kein Problem mehr und am frühen Abend erreichten wir Lutzelbourg. Da wir von der Fahrt alle ziemlich hungrig waren beschlossen wir, im nahegelegenen Hotel des Vosges etwas zu essen. Der bestellte Eintopf mit Kartoffeln, Fleisch und Möhren war wirklich sehr lecker und einfach typisch französisch. 

Schleuse Lutzelbourg

Saverne war das letzte Ziel unserer Tour. Wer bis jetzt noch nicht so viel Übung mit Schleusen hatte, bekam nun die geballte Ladung von insgesamt neun Stück. Nach ungefähr drei Stunden erreichten wir das wunderschöne Saverne (mein persönliches Highlight)! Die Stadt bietet viele Sehenswürdigkeiten, wie zum Beispiel die Rosengärten, die Burg Baar und eine Vielzahl von einladenden Cafés und Geschäften. Zum Mittagessen gönnten wir uns ein Barbecue an Deck und tranken abends bei einer Weinprobe leckeren Weiß- und Roséwein (der Roséwein hier, ist sehr zu empfehlen). Danach musste noch ein ''Absacker'' her. Bei den milden Temperaturen kam uns die Freiluftbar am Schloss Rohan gerade recht. Den gelben Fruchtcocktail kann ich jedem nur ans Herz legen!

Saverne

Ganz schnell war der vorletzte Tag angebrochen. Vormittags schlenderten wir noch ein wenig durch die Gassen von Saverne und hatten Glück, den wöchentlichen Markt auf dem großen Marktplatz mitzuerleben (jeden Donnerstag von 8:00 – 12:00 Uhr). Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verließen wir Saverne und steuerten wieder Richtung Lutzelbourg. Das Wetter war ganz auf unserer Seite und wir genossen die Sonne und Wärme in vollen Zügen. Gegen Nachmittag erreichten wir Lutzelbourg. Es wurde gekocht, gelacht und wie sollte es anders sein, Rosé getrunken.

Abfahrt aus Saverne

Am nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg zurück nach Hesse. Schnell noch die Cappy aufgesetzt und mit Sonnencreme eingeschmiert und je länger wir fuhren, desto besser wurde die Stimmung an Deck. Gut gelaunt kamen wir gegen Nachmittag an der Basis an und machten uns einen schönen letzten Abend mit typisch französischem Käse und nicht so typisch französischer Pasta mit Tomatensoße.

Rückfahrt nach Hesse

Mein Fazit: Ich kann jedem Hausbootneuling empfehlen, ganz entspannt in den Urlaub zu starten. Es ist noch kein Meister vom Himmel bzw. Boot gefallen. Mir hat meine erste Hausboottour sehr gut gefallen und ich kann es kaum erwarten, bald wieder ein neues Fahrgebiet zu entdecken. 

Glückliche Crew

 

Meine Empfehlungen:

Lutzelbourg: 

  • Besichtigung der Lützelburg (auch Chateau de Lutzelbourg genannt).
  • Lutzelbourg: Abendessen im Hotel des Vosges (finden Sie an der mittleren Schleuse im Ort).
  • Besuch des Lehrer Kristallwerkes/Glasbläserei (liegt unterhalb des Arzviller Schiffshebewerks, wenn Sie von Hesse aus kommen, http://www.cristallehrer.com/). 

Saverne: 

  • Besichtigung des Chateau des Rohan
  • Besichtiggung der Roseraie Saverne
  • Eine Stadtführung mit Besuch des Schlosses. Am besten fragen Sie im Office de Tourisme nach den Zeiten und verschiedenen Führungen. (37 Grand Rue, 67700 Saverne, Frankreich, Tel.: +33 3 88 91 80 47)

 

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