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Auf der Suche nach dem Ungeheuer von Loch Ness: Ein Hausbooturlaub auf dem Caledonian Canal

Schottland gehört zu den Reisezielen, bei denen ich immer Fernweh bekomme, wenn ich Bilder davon sehe. Die majestätischen Landschaften und die schroffe Natur ziehen mich magisch an. Dabei bevorzuge ich eigentlich warme Urlaubsziele und genieße mehr den mediterranen Lebensstil, aber Schottland hat so eine Ausstrahlung, die mein Herz erwärmt. Ich kenne in dem nordischen Land leider nur die schottische Hauptstadt Edinburgh und die Isle of Skye von einem Besuch in den 90er Jahren. Ich erinnere mich an nasse Wanderungen und Autofahrten durch einsame Landstriche, aber auch, wie beeindruckt ich war. Deshalb steht ein Schottland-Urlaub schon lange wieder auf meiner „Bucket list“. Und mein großer Traum ist es, den Caledonian Canal (zu Deutsch Kaledonischer Kanal) mit dem Hausboot zu befahren. Es muss traumhaft sein...

Landschaft Schottland

 

Der 97km lange Kanal, ein Meisterwerk der Ingenieurskunst, wurde nach 19 Jahren Bauzeit 1822 fertig gestellt. Die Idee war einfach wie genial: Mit der Verbindung der vorhandenen Seen in den Highlands (Loch Ness, Loch Dochfour, Loch Oich und Loch Lochy) durch künstliche Wasserwege, schuf man einen durchgängigen Kanal vom Atlantik bei Fort William bis nach Inverness an der Nordsee. Um die Höhenunterschiede zwischen den einzelnen Lochs auszugleichen, baute man 29 Schleusen. Das heißt, nur ein Drittel des Kanals besteht aus künstlich geschaffenen Wasserwegen, der Rest sind natürliche Gewässer. Übrigens: Alle Schleusen sind automatisiert und werden von freundlichen Schleusenwärtern bedient.

Die Le Boat Basis, an der Sie ihr Hausboot entgegen nehmen und auch Ihre Reise beginnen, befindet sich in Laggan, etwa im unteren Drittel des Kanals. Ein Urlaub auf dem Hausboot führt Sie durch atemberaubend schöne Kulisse! Während Ihren Bootsferien auf dem Caledonian werden Sie viel Zeit auf Seen (sogenannten Lochs) in den zerklüfteten Tälern entlang des Great Glen verbringen, einer geologischen Bruchlinie, die die Landschaft der Region geprägt hat. Das schottische Hochland ist eine einzigartige Landschaft, mit zahlreichen auf Hügeln thronenden Schlössern, beschaulichen Uferstädten, gastfreundlichen Pubs und Dudelsackklängen! 

Anleger Caledonian Canal

Von Laggan aus bietet sich eine Hin- und Rückfahrt über Banavie und Inverness an. Hier ein paar Highlights am Caledonian Canal:

Banavie und Ben Nevis

Banavie ist eine kleine Siedlung am Fuße des Kanals. Hier gibt es die größte Schleusentreppe am Caledonian Canal, bekannt unter dem Namen „Neptune’s Staircase“. Im Sommer kann man Segelboote, Fischkutter und traditionelle Schiffe beim Schleusen durch die acht Schleusenkammern beobachten, die erst 1969 automatisiert wurden. Von Banavie aus kann man gut Ben Nevis, den höchsten Berg Großbritanniens, besuchen und – als Abwechslung zum Bootfahren - wunderschöne Aussichten und Wanderwege genießen. Wer Zeit sparen will, kann die Berg-Gondelbahn (die einzige Großbritanniens!) zum Gipfel nutzen.

Neptunes Staircase

Ausflugstipp: Eine Fahrt im nostalgischen Dampfzug nach Mallaig, einem malerischen kleinen Ort an der schottischen Westküste, führt über das Glenfinnan Viadukt, welches im Kinofilm Harry Potter zu sehen war.

West Highland Railway

Loch Ness

Wer hat nicht von Nessie, dem Ungeheuer in Loch Ness, gehört? Vielleicht würde ich ja endlich den Beweis für seine Existenz finden, wenn ich dort bin? Am Ufer liegt Fort Augustus mit der wunderbaren Kulisse des Great Glen-Tales, das sich von der West- bis zur Ostküste Schottlands erstreckt. Das Fort und das Dorf sind nach dem jüngeren Sohn König Georges des Zweiten benannt, Prinz William Augustus.

Loch Ness

Anleger Loch Ness

Örtchen wie Invermoriston, Foyers oder Inverfarigaig am Loch Ness sind gute Anlegestellen, um kleine Wanderungen im Umland oder am Ufer zu unternehmen.

Urquhart Castle 

Auch wenn die Burg heute nur noch eine Ruine ist, ist sie ein Besuch wert. Sie war im Mittelalter eine prachtvolle Festung: Wer durch das Great Glen-Tal ziehen wollte, musste Urquhart Castle passieren. Die Lage war strategisch gut gewählt, denn Urquhart liegt auf einem Landvorsprung, der in den großen See hineinragt. Dadurch ist die Burg von drei Seiten mit Wasser umgeben – keine Chance für die Feinde. 

Urquhart Castle

Gairlochy

In Gairlochy gibt es zwar nur ein paar Häuser, aber es ist ein schöner Abschnitt des Kanals mit zwei Schleusen mit ca. 3 Meter Höhenunterschied. Hier hat man einen herrlichen Blick auf Ben Nevis und die Grey Collies-Berge und es ist ein guter Ort für einen Spaziergang. Die Anlegestellen bieten Toiletten, Duschen, Wasser & Strom. Die Dörfer Achnacarry (Clan Cameron Museum) und Spean Bridge sind ca.5 km entfernt. In Spean Bridge gibt es Restaurants, Post, verschiedene Läden, einen Bahnhof und die Spean Bridge Woollen Mill. 

Dochgarroch

Dies ist ein sehr hübscher Ort an der Spitze des Loch Ness, weniger als 5 Meilen von Inverness entfernt. Hier ist ein perfekter Anlegepunkt für Wanderungen entlang der markierten Pfade. Das skurrile Oakwood Restaurant ist ein guter Platz zum Lunch oder Dinner.

Anleger Dochgarroch

Inverness

Inverness ist eine historische Stadt: Auf der Burg von Inverness herrschte im 11. Jahrhundert Macbeth (er war die Vorlage für William Shakespeare, allerdings war er nicht so grausam wie von William Shakespeare beschrieben). Wo seine Burg stand, steht heute ein repräsentatives Burgschloss auf dem Hügel – von hier hat man eine herrliche Aussicht. Für die, die genug von Natur haben: Inverness ist die größte Stadt in den Highlands, d.h. einem Einkaufsbummel durch die Altstadt oder im modernen Eastgate Shoppingcenter steht nichts im Weg!

Schloß Inverness

Machen Sie in Schottland Hausbooturlaub und entdecken Sie viele weitere Sehenswürdigkeiten entlang Ihrer Route: 

  • Die Gärten von Dochfour House, Landsitz des Lord Burton
  • Aldourie Castle, Schloss aus dem 17. Jahrhundert
  • Cherry Island, eine künstlich angelegte, kleine Insel kurz vor Fort Augustus
  • St. Benedict’s Abbey, ehemalige Befestigungsanlage aus dem Jahr 1729
  • Invergarry Castle, Schlossruine am Loch Oich
  • Well of the Seven Heads (Denkmal für hingerichtete Clan-Mitglieder)

Typisch Schottisch

Kulinarik in Schottland…?

Wer in Schottland reist, kann gut speisen: Mir läuft das Wasser im Mund zusammen, wenn ich an Aberdeen Angus Rindfleisch, Wild oder Lammfleisch der Highlands, Jakobsmuscheln der West Highlands, Austern, Hummer, Lachs, Seeteufel denke. Und das alles wird lokal gezüchtet oder gefangen. 

Wer jedoch sein Essen selber fangen möchte: der Kanal ist auch für Angler spannend. Lachs, Forellen und Hechte sind nur einige der Fische, die hier leben. Angelscheine sind vor Ort erhältlich. 

Bierliebhaber werden eine Fülle von lokalen Biermarken finden und mehr als 200 Destillerien bieten eine Vielzahl von schottischem Whisky.

Blick hinunter zum Wasser

Und was ist mit dem schottischen Wetter…?

Die beste Reisezeit für Schottland ist leider schwer zu bestimmen, da sich das Wetter schnell und mehrmals am Tag ändern kann. Für den Frühling spricht die blühende Landschaft, im Juni sind die Tage sehr lang (länger als bei uns!) und der Herbst lockt mit bunten Farben. Egal, wann Sie fahren, zu jeder Zeit sollten Regenkleidung und warme Sachen nicht fehlen. Selbst im Sommer wird es selten richtig heiß (20 - 23 Grad Celsius), und auf dem Wasser ist es bekanntlich immer etwas kühler.

Für mich ist jede Jahreszeit die richtige Reisezeit. Schottland – ich werde definitiv wieder kommen!

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